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Hitzeschlacht in Luzern: Dezimierte Jets unterliegen hochmotivierten Lions

  • vor 11 Minuten
  • 4 Min. Lesezeit

Am Pfingstmontag traten die Bienna Jets zum mit Spannung erwarteten Rückspiel bei den Luzern Lions an. Unter extremen Bedingungen – bei weit über 30 Grad im Leichtathletikstadion Hubelmatt – mussten sich die Seeländer nach einem harten Kampf mit 41:20 geschlagen geben.



Die Luzerner zeigten sich von Beginn an bis in die Haarspitzen motiviert, um die Scharte aus dem Hinspiel in Biel auszuwetzen. Auf Seiten der Jets wog die Aufgabe doppelt schwer: Man war bereits mit einem ohnehin schon kleinen Kader in die Innerschweiz gereist und musste im Verlauf der Partie weitere, äusserst schmerzhafte verletzungsbedingte Ausfälle verkraften.


Quarterback-Wechsel im ersten Viertel

Das Spiel begann furios. Die Lions nutzten ihren ersten Drive direkt für einen Pass-Touchdown zur 7:0-Führung. Doch die Jets reagierten prompt und stark: Nach guten Runs von Ryan Borgeaud dit Avocat (#24) und einem feinen Pass auf Marvin Mosimann (#92) bediente Quarterback Alain Vuille (#11) seinen Receiver Elias Siebold (#09) mit einem sensationellen Pass zum 7:6-Anschluss (PAT geblockt).


Gleich im nächsten Drive der Luzerner fing die Max Gmünder (#36) einen Ball der Lions ab und trug ihn über 25 Yards zurück. Gleich beim ersten Versuch danach explodierte Ryan Borgeaud dit Avocat (#24) für einen fulminanten 50-Yard-Touchdown-Run zur 7:12-Führung (PAT nicht gut). Doch die Freude war getrübt: Stamm-QB Alain Vuille (#11) schied beim Zusatzversuch verletzungsbedingt aus, und Nicolas Krenger (#86) übernahm die Offense. Die Lions nutzten die kurze Neuordnung der Jets und gingen mit 14:12 in Führung.


Bild vom Hinspiel in Biel - Foto: Claudine Zumstein (Instagram)
Bild vom Hinspiel in Biel - Foto: Claudine Zumstein (Instagram)

Offener Schlagabtausch bis zur Pause

Im zweiten Viertel bewies Ersatz-QB Nicolas Krenger (#86) Übersicht. Nach einem tiefen Pass und einer Pass-Interference-Strafe gegen Luzern standen die Jets an der 15-Yard-Linie, gaben den Ball aber nach einem unvollständigen Pass im vierten Versuch wieder ab. Luzern erhöhte im Gegenzug per Reverse-Spielzug auf 21:12.

Die Jets steckten nicht auf: Ein phänomenaler 38-Yard-Pass von Nicolas Krenger (#86) auf Omar Khayal (#87) brachte das Team in die Redzone, ehe erneut Ryan (#24) mit einem 20-Yard-Lauf in die Endzone tanzte. Die anschliessende Conversion war gut – der Anschluss zum 21:20 war geschafft. Kurz vor der Pause schlugen die Hausherren jedoch noch einmal zu und erhöhten auf den Halbzeitstand von 28:20.



Verletzungspech und strittige Szenen nach dem Seitenwechsel

Das dritte Viertel begann mit einer Schrecksekunde und einer erneuten Schwächung für Biel: Bei einem Scramble von QB Nicolas Krenger (#86) wurde dieser durch ein klares „Targeting“ eines Luzerners am Kopf getroffen. Das Foul wurde zwar mit 15 Yards bestraft, eine fällige Disqualifikation blieb jedoch aus. Nicolas Krenger (#86) musste das Feld ebenfalls verletzt verlassen – damit stand mit Oleksii Zorin (#10) bereits der dritte Quarterback des Tages auf dem Feld.


Der Rhythmus war nun sichtlich gebrochen. Ein unglücklicher Fumble-Turnover der Jets,  eigentlich war der Spielzug bereits vor dem Ballverlust, von einem Ref abgepfiffenen, spielte Luzern in die Karten. Die Lions arbeiteten sich danach entschieden nach vorne. Zwar gelang Omar Khayal (#87) zwischenzeitlich noch ein starker Sack für Raumverlust, kurz darauf entschieden die Unparteiischen bei einem Lauf der Lions jedoch auf Touchdown – obwohl der Ballträger nach Ansicht der Bieler die Goalline nicht überquert hatte. Der PAT der Lions misslang (34:20).


Ein schöner 20-Yard-Pass von Oleksii Zorin (#10) auf Manuel Flühmann (#29) im darauf folgenden Drive brachte noch einmal Hoffnung, doch die anschliessende Interception durch die Luzerner Verteidigung beendete den Drive.


Bild vom Hinspiel in Biel - Foto: Claudine Zumstein (Instagram)
Bild vom Hinspiel in Biel - Foto: Claudine Zumstein (Instagram)

Kampf bis zum Schluss im Glutofen

Im Schlussviertel mobilisierten die Jets nach einem Return von Max Gmünder (#36) nochmals alle Kräfte. Ryan (#24) tankte sich mit einem weiteren sensationellen 50-Yard-Lauf bis an die 30-Yard-Linie der Lions durch, der Drive brachte letztlich aber keine Punkte ein. Die extreme Hitze, Einsätze der Spieler auf nicht eingeübten Positionen und das schmale Kader forderten nun sichtlich ihren Tribut. Nach einem langen Lauf der Lions machten die Gastgeber mit einem weiteren Touchdown zum 41:20-Endstand den Sack endgültig zu.



Fazit:

Trotz des deutlichen Endergebnisses und der Niederlage war dies eine unglaubliche Teamleistung der Bienna Jets. Mit einem extrem knappen Roster angereist, von derart gewichtigen Ausfällen auf der Quarterback-Position mitten im Spiel getroffen und bei tropischen Temperaturen weit über 30 Grad gezwungen, sich permanent neu zu erfinden – unter diesen Voraussetzungen überhaupt einen solch respektablen und leidenschaftlichen „Battle“ abzuliefern, verdient allergrössten Respekt. Das Team hat bis zum Schlusspfiff Charakter gezeigt und bewiesen, wie eng es zusammensteht.


Ein grosses Dankeschön gilt den mitgereisten Fans, die das Team trotz der Hitze unermüdlich unterstützt haben!



Ausblick: Derby am Samstag

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt den Seeländern nicht, denn das nächste Spiel steht bereits vor der Tür: Am kommenden Samstag, 30. Mai 2026, gastieren die Jets bei den Langenthal Invaders. Kickoff im Stadion Hard in Langenthal ist um 18:00 Uhr.


Die Aufgabe könnte kaum grösser sein, denn die Invaders grüssen derzeit ungeschlagen von der Tabellenspitze. Wenn es der Mannschaft von Coach Boyle jedoch gelingt, einen ähnlich kämpferischen Effort wie heute an den Tag zu legen und als Einheit zusammenzustehen, liegt gegen den Leader im Berner Derby vielleicht sogar eine Überraschung in der Luft.


Let’s Go Jets!
 
 
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